Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V.

Schalom - Chaver - Preisverleihung 2018

Bis auf den letzten Platz war der Innenraum des Kulturspeichers besetzt, so dass die Empore ebenfalls genutzt werden musste, als zum sechsten Mal am 22.11.2018 die Preisverleihung des Schalom-Chaver-Preises durch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V. und die Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. - Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland stattfand.

Anwesend waren auch Austauschschülerinnen und Schüler der israelischen Stadt Binyamina-Giv'at Ada, die sich bei ihren Gastfamilien in der Gemeinde Moormerland aufhielten. Die Stimmung war entsprechend ausgelassen und familiär, da man sich aus bereits zehn Austauschprogrammen sehr gut kannte.

Begrüßt wurden die Anwesenden durch die Gesellschaftsvorsitzenden Wolfgang Kellner (GCJZ) und Wolfgang Freitag (DIG). Bruno Schachner, stellvertr. Bürgermeister der Stadt Leer und Sascha Laaken, stellvertr. Landrat des Landkreises Leer überbrachten jeweils die Grüße der von ihnen vertretenen Organisationen. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass alle eingereichten Arbeiten sich mit schwierigen und aktuellen Themen wie Holocaust, Antisemitismus, Israel und Rassismus auseinandergesetzt haben. Die Themeninhalte stellen sicher, dass die Anfälligkeit für „Fake-News“ reduziert ist und Propagandaparolen auch zukünftig kritisch hinterfragt werden.

Die eingereichten Arbeiten wurden von 11 Juroren begutachtet. Erreichbar waren jeweils 5 Punkte in 5 Kategorien, so dass höchstens 25 Punkte je Arbeit erreicht werden konnten. Im Ergebnis lagen die Bewertungen so dicht beieinander, dass zum Teil nur eine Differenz von nur einem Punkt zwischen den Bewertungen vorhanden war.

Alie Noorlag würdigte in ihrer Laudatio die Arbeiten von

Eefke Menzel mit dem historischen Thema

„Was ich meinem Vater nie gesagt habe …“ 

Janina Neeland mit dem sozio - psychologischen Thema

„Rückkehr nach Ostfriesland“

und

Laura Tjebben mit dem aktuell politischen Thema

„Rechts vor Links, … Strömungen in der politischen Landschaft…“

Andrea Helmers-Brouwer stellte die Arbeiten vor, für die jeweils ein Buchpreis vergeben wurde.

Die Preisträgerinnen waren:

Sarah Weber (FCSO)

„Ich habe keine Zeit gehabt, zuendezuschreiben“

Vom Leben und Dichten der Selma Merbaum

Lina-Josephine Busboom ( FCSO)

„Dieser Weg wird kein leichter sein“

Der Ausstieg ultraorthodoxer Juden aus ihrer Religionsgemeinschaft

und

Caroline Kapfenstein (FCSO)

„Jüdisch oder/und Jesus“

über Glauben und Leben messianischer Juden

Frauke Maschmeyer-Pühl war Laudatorin für den 3. Preis, der mit 200 € dotiert wurde. Er ging an

Emma Brunken, FCSO, für ihre Arbeit

„Das dunkle Erbe des Antijudaismus“

Über das Verhältnis der Kirche zum Judentum

Rolf von der Recke ging inhaltlich auf die Arbeit des Zweitplazierten ein, der mit 300 € belohnt wurde. Preisträger war

Flemming Kampen,  Ulricianum Aurich

„Todesursache Hakennase: Heinrich Böll und die Shoah“

Annäherung an Prosa und Publizistik Heinrich Bölls in der westdeutschen Nachkriegsliteratur

Die erste Preisträgerin stellte in einer sehr persönlich gehaltenen Laudatio Udo Groenewold vor, indem er von einer Begegnung mit dem ehemaligen Bremer Oberbürgermeister Hans Koschnick berichte, bei der es ebenfalls um das Verhältnis der arabischen Welt zu Adolf Hitler ging. Das war auch das Thema der erstplazierten Arbeit von

Salome Silz, FCSO

„Der lange Arm des Führers“

Die Folgen von Hitlers antijüdischer Hetze in der arabischen Welt

Salome Silz konnte sich über 500 € freuen.

Musikalisch umrahmt und begleitet wurde die Veranstaltung von dem „Zauber der Zweistimmigkeit“ der Schwestern Josepha Carl und Cosima Carl alias JOCO. Die Geschwister stammen aus Moormerland und sind überaus erfolgreich im In- und Ausland aufgetreten, selbst in Israel. Dem Schalom-Chaver-Preises entsprechend beendeten sie die Veranstaltung mit einem Lied in hebräischer Sprache. Allerdings mussten sie anschließend der nachdrücklichen Aufforderung einer Zugabe nachgeben, was sie augenscheinlich mit Freude gemacht haben.

Weitere Informationen zu JOCO sind hier erhältlich:

https://www.jocomusic.com/

Dankbar waren alle, dass auch in diesem Jahr Albrecht Weinberg anwesend sein konnte, der 1945 zum so genannten „Todesmarsch“ mit dem Ziel KZ Bergen-Belsen gezwungen wurde.

Die Freude an der Veranstaltung war bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich zu spüren:

Alle Bilder der Veranstaltung sind unter folgenden Verlinkungen eingestellt:

https://www.magentacloud.de/share/10zpaicg4t

herzlichen Dank für die Bilder an Günther Lübbers, DIG

und

https://photos.app.goo.gl/3ZuDuh1sLPczCSMw6


 

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