Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V.

Gedenken an die Pogromnacht 1938

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Pastor Uwe Wiarda im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. (GCJZ) zum ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Pogromnacht 1938 begrüßen.

Pastor der Großen Kirche Leer, Uwe Wiarda

Uwe Wiarda, zugleich Vorstandsmitglied der GCJZ, schilderte in seinem Eingangswort eindrucksvoll die Zustände der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 in Deutschland und auch in Leer. Er stellte fest, dass das Gedenken an die unmenschlichen Unrechtstaten und das Wegsehen in diese Nacht, die der Beginn der systematischen Ermordung der jüdischen Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen und Mitbürger war, nur mit Demut und beschämt möglich ist.

Pfarrer Dr. Andreas Robben von der Katholischen Kirchengemeine Leer begann seiner Predigt mit der Perikope Matthäus 18,1-7, die mit der Frage beginnt: „Wer ist eigentlich der Größte im Himmelreich?“ die im Vers 7 die Antwort gibt: „Wehe dem Menschen, durch den die Verführung, dass Böse, kommt!-“

Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Leer, Dr. Anreas Robben

Mit aktuellem Bezug schilderte er seine Gedanken und Gefühle, als er den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 benutzte und in Frage 17 zur Erinnerungskultur die Frage gestellt bekam: „Der Völkermord an den europäischen Juden soll weiterhin zentraler Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur sein.“

Pfarrer Dr. Robben führte weiter aus, dass zur Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus auch Menschen gehören, die mit ihrer Religionsauslegung das politische System unterstützten. Exemplarisch ging er auszugsweise auf das Leben und Werk des Theologen Karl Adam ein, der die nationalsozialistische Ideologie mit dem Katholizismus in Einklang sah und damit rassistischen und antijudaistischen Auswüchsen theologisch legitimierte. Wer dieser Gedankenwelt von Karl Adam und anderen folgte, wurde, analog zum Matthäusevangelium, zum Bösen verführt.

Mit seiner Predigt ist es Pfarrer Dr. Robben äußerst gut und anschaulich gelungen, den Erinnerungsanlass mit aktuellen Bezügen zu verbinden.

Im Anschluss an den Gottesdienst schilderte die Bürgermeisterin der Stadt Leer, Frau Beatrix Kuhl, an der Synagogen-Gedenkstätte einige der Demütigungen und Willkürmaßnahmen, die die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgesetzt waren. Schülerinnen und Schüler des Teletta-Groß-Gymnasiums verlasen danach die Namen aller ermordeten jüdischen Bürger der Stadt Leer.

Schülerinnen und Schüler des Teletta-Groß-Gymnasiums


 

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