Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V.

Fehlende Geschichten

Zu dem seit 1996 bundesweit gesetzlich eingeführten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Leer in die katholische St. Michael-Kirche eingeladen. In diesem Jahr galt die Erinnerung den homosexuellen Opfern des Holocaust. Ihr Schicksal von Diskriminierung, Verfolgung und Verschleppung in Konzentrationslagern führten mit ihren Ausführungen Pastorin i. R. Christine Kimmich, Frank Wieligmann, Pastor Martin Stührenberg und Bürgermeister a. D. Wolfgang Kellner den Anwesenden exemplarisch vor Augen.

v.l.: Pastor Martin Stührenberg, Wolfgang Kellner, Frank Wieligmann, Pastorin i. R. Christine Kimmich

 

In der anschließenden Predigt ging die Pastorin Frau Susanne Eggert auf „fehlende Geschichten“ ein:

„Fehlende Geschichten“, so ist unser Gedenkgottesdienst überschrieben. Wir gedenken der verfolgten und ermordeten homosexuellen Menschen, aber: uns fehlen ihre Geschichten!

Namen und Orte, wer und wo? Verraten, verfolgt, in welches Lager gesperrt, gequält, ermordet? Vielleicht auch überlebt, zurückgekommen, geschädigt an Leib und Seele? Und dann? Normales Leben? Nein: Befreit, ja, aber weiterhin geächtet. Die Strafbestimmungen der Nazis, der §175, blieben auch nach dem Ende der Naziherrschaft in Kraft. 

Homosexuell leben Menschen galten als Kriminelle! Wie sollten sie da ihre Geschichte erzählen? Opfer des Nationalsozialismus? Ja! Aber anerkannt als Opfer waren sie in der Bundesrepublik Deutschland nicht. Eine Entschädigung nämlich wurde ihnen verweigert. Warum? Weil Homosexualität bis 1973 ein Straftatbestand war. 

Fehlende Geschichten - in der Tat.

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