Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V.

ie Vergangenheit erinnern um die Zukunft zu gestalten - die Arbeit von Aktion Sühnezeichen-Friedensdienste

In vertrauter Umgebung in den Räumen der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer gab die gebürtige Rheiderländerin und nunmehr Geschäftsführerin der international tätigen Organisation „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF)“ 

Frau Dr. Dagmar Pruin

mit ihrem Vortrag „Die Vergangenheit erinnern um die Zukunft zu gestalten“ einen Einblick in die Geschichte, Ziele, Entwicklungen und heutige Arbeitsweisen der Friedensmission.

Ein grundsätzlicher Ansatz der 1958 von Lothar Kreyssig als Verein gegründeten Organisation ist der Sühnegedanke, der insbesondere dadurch zum Ausdruck kommt, dass der Verein darum bittet, helfen zu dürfen.

180 Freiwilligendienstplätze werden derzeit in USA, Israel, Russland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien Norwegen Ukraine, Polen, Belarus, Tschechien und Deutschland als Friedensdienstplätze angeboten, bei denen vor allem mit Menschen und Organisationen zusammengearbeitet wird, die besonders unter dem Terror des Nationalsozialismus gelitten haben.

Im Rahmen von „Sommerlagern“ werden jüdische Gemeinden in Europa, soziale und politische Projekte unterstützt.

Drei weitere Themenschwerpunkte sind die Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund einschließlich Flüchtlingen, Roma und Sinti, das deutsch-amerikanische Begegnungsprogramm „Close Up“ und die Arbeit gegen Rechtsextremismus.

Gewürdigt wurde die Friedensdienstarbeit im Oktober 2016 in Münster mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens, der durch Bundespräsident Joachim Gauck dem jordanischen König Abdullah II ibn Al Hussein und den jugendlichen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für ihr herausragendes Engagement gegen Rassismus und Intoleranz verliehen wurde.

Dass eine Ostfriesin aus dem Rheiderland an exponierter Stelle einen weltweiten, engagierten Friedensdienst leistet, machte die Veranstaltungsteilnehmer an diesem Abend auch ein bisschen Stolz.

Dr. Dagmar Pruim und

Wolfgang Kellner

Der Politikwissenschaftler, Publizist und Historiker

Dr. Matthias Küntzel referierte am 03.11.2016 im Rathaussaal Leer zum Thema 

„Antisemitismus in der muslimischen Welt – Ursachen und Folgen“

                                                       Dr. Matthias Küntzel                                       Vorsitzender Wolfgang Kellner und Dr. Matthias Küntzel

Die Veranstaltung war in Kooperation des Lionsclub Leer und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. (GCJZ) organisiert worden.

Angriffsziel terroristischer Aktionen sind in Israel und weltweit Juden, weil sie Juden sind. Einer Studie zufolge sind 26 % der Weltbevölkerung antisemitisch eingestellt. Fundiert und anschaulich erläuterte Dr. Küntzel die Ursachen des Judenhasses aus religiösen, politischen und kulturellen Gründen und deren Folgen.

Die Texte von Dr. Matthias Küntzel sind umfangreich unter www.matthiaskuentzel.de im Internet veröffentlicht.

                                                                 Der President des Lionsclub Leer und Vorstandmitglied der GCJZ, Hermann Schröder, verabschiedet den Referenten

Shoah Gedenkveranstaltung am 01.November 2016 in Winschoten

                                                          

Die ersten Juden siedelten sich im 18. Jahrhundert in Winschoten an. Im 19. Jahrhundert wuchs der jüdische Bevölkerungsanteil stark an und bis zum zweiten Weltkrieg befand sich die zweitgrößte jüdische Gemeinde nach Amsterdam in Winschoten.

Unter dem Leitgedanken „Europa ohne Juden“ begannen die Deutschen 1941 systematisch, der jüdischen Bevölkerung im heutigen Bereich Oldambt einschließlich Winschoten ein menschenwürdiges Leben unmöglich zu machen. In der Folgezeit wurden fast alle jüdischen Bürger über das Durchgangslager Westerbork nach Ausschwitz, Sobibor und andere Vernichtungslager deportiert und größtenteils ermordet.

Seit mehreren Jahren erinnert ein Schweigemarsch durch Winschoten an das unbeschreibliche Verbrechen. Ausnahmslos waren auch Kinder, Frauen und ältere Menschen gezwungen, den Weg zum Bahnhof zu Fuß mit „leichtem Gepäck“ zu bewältigen.

Herr Louis Everts hatte als Veranstalter des Schweigemarsches die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V. zum Mitgedenken eingeladen. Fast der gesamte Vorstand war der Einladung gefolgt und der Vorsitzende Wolfgang Kellner überbrachte in niederländischer Landessprache den zahlreichen Veranstaltungsteilnehmer einen Gedenkbeitrag. Anschließend legte er für die Gesellschaft ein Gesteck nieder.

Durch die Vorstandsmitglieder  Herrn Bruno Schachner (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Leer) und  Frau Frauke Maschmeyer-Pühl (SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Leer) wurde ein Gesteck der Stadt Leer niedergelegt.

 

Gedenkbeitrag des Vorsitzenden Wolfgang Kellner (niederländisch und deutsch):

Geachte Dames en Heren,

Ik bedank de Stichting Joods Verleden Winschoten voor de uitnodiging hier een paar woorden te mogen zeggen.

Zeer geëerde deelnemers aan deze herdenking,

Westerbork, Auschwitz, Sobibor,

zijn aanduidingen van kampen, die altijd in onze herinnering zullen blijven.

Ze staan voor het lot van de Nederlandse Joden. Meer dan honderdduizend van hen werden door de machthebbers van het nationaal- socialistische Duitsland vermoord.

De slachtoffers kwamen ook uit Winschoten en omgeving. Ze werden met veewagons via Leer naar de  vernietigingskampen getransporteerd.

Daarom staan we vandaag bij dit gedenkteken. We denken aan de onschuldige slachtoffers, vrouwen, mannen en kinderen, en hun families. Wij rouwen om hen. Maar we zijn ook vol woede en schaamte, dat mensen in naam van Duitsland deze misdaden begaan konden.

Ook daarom mogen wij niet toelaten, dat wat in de kampen gebeurde, vergeten wordt. De Engelse historicus David A. Hackett schreef in zijn Buchenwald- rapport:

Het enige wapen tegen het vergeten, dat we hebben, is het wapen van herinnering.

Dat is de reden waarom we hier staan. We hebben de verplichting, alles te doen om  te voorkomen dat zulke moorden weer gebeuren.

 

Dames en Heren,

dit is wat ik vanavond als voorzitter van de ‘Gesellschaft für Christlich – Jüdische Zusammenarbeit Ostfriesland’ u zeggen wilde.

Ik dank u voor uw aandacht.

 

Meine Damen und Herren,

 

ich bedanke mich bei der Stichting Joods Verleden Winschoten für die Einladung, heute einige Worte sprechen zu können.

 

Sehr geehrte Teilnehmer an dieser Gedenkveranstaltung,

 

Westerbork, Ausschwitz, Sobibor,

das sind Bezeichnungen von Lagern, die immer in unserem Gedächtnis bleiben werden.

Sie stehen für das Schicksal der niederländischen Juden. Über einhunderttausend von ihnen wurden von den Machthabern des nationalsozialistischen Deutschland ermordet.

Die Opfer kamen auch aus Winschoten und Umgebung. Sie wurden mit Viehwaggons

über Leer in die Vernichtungslager transportiert. Daher stehen wir heute hier an dieser Gedenkstätte. Wir denken an die unschuldigen Opfer, Frauen, Männer und Kinder, und ihre Familien. Wir trauern. Aber wir sind auch voller Zorn und Scham, dass Menschen im Namen Deutschlands dieses Verbrechen begehen konnten.

Auch deshalb dürfen wir nicht zulassen, das das, was in den Lagern geschah, vergessen wird. Der englische Historiker David A. Hackett schrieb in seinem Buchenwald-Report:

Die einzige Waffe gegen das Vergessen, die wir haben, ist die Waffe der Erinnerung.

Das ist der Grund, dass wir hier stehen. Wir haben die Verpflichtung, alles zu tun, dass sich dieses Morden nie wiederholen kann.

 

Meine Damen und Herren,

 

das ist das, was ich heute als Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische

Zusammenarbeit Ostfriesland Ihnen an diesem Abend sagen wollte.

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 


 

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