Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e. V.

Bericht zum Besuch der Gedenkstätte KZ Esterwegen

Am Dienstag, den 24. Mai 2016, besuchten die Klassen 8a und 8b der Gutenbergschule Leer in Begleitung ihrer Klassenlehrkräfte die Gedenkstätte KZ Esterwegen.

Link zum Gruppenbild vor dem Eingang der Gedenkstätte

Die An- und Abreise erfolgte mit einem Bus-Unternehmen. Die Führung durch die Ausstellung begann um 11 Uhr. Der pensionierte Lehrer Herr Meyer gestaltete das Programm für uns. Nach der Begrüßung gingen wir in einen Schulungsraum. Herr Meyer berichtete den Schülerinnen und Schülern von der Geschichte der Emslandlager und verknüpfte seine Ausführungen mit geschichtlichem Hintergrundwissen.

Dies war erforderlich, da die Klassen das Thema im Geschichtsunterricht bisher noch nicht behandelt haben. Einige Kenntnisse besitzen die Jugendlichen aus den unterrichtlichen Vorbereitungen auf diese Fahrt und durch den Besuch der ehemaligen Jüdischen Schule in Leer.

Obwohl Herr Meyer eineinhalb Stunden referierte, Bilder und Filmaufnahmen zeigte sowie Tonbandaufnahmen einspielte, verfolgten die Schülerinnen und Schüler aufmerksam und konzentriert seinem Vortrag.

Nach einer kurzen Pause arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen in der Ausstellungshalle an Arbeitsbögen, die sich mit Einzelschicksalen beschäftigten. Auf diese Weise konnten sich die Jugendlichen konkret und beispielhaft mit den KZ-Insassen auseinandersetzen.

Anschließend besichtigten wir das Außengelänge der Gedenkstätte. Da die Gebäude und Einrichtungen des Lagers nicht erhalten geblieben sind, wurden sie abstrakt rekonstruiert: Die Baracken der Häftlinge werden durch Baumgruppen dargestellt, die Mauern werden durch Stahlwände abgebildet. Zumindest konnten einige Fundamente freigelegt werden. Herr Meyer erklärte den Schülerinnen und Schülern die Gliederung des Lagers sowie die Einrichtungen für die Häftlinge und die Wachmannschaften. Die Führung endete an den Gedenksteinen für Carl von Ossietzky und die übrigen KZ-Häftlinge.

Die Jugendlichen zeigten sich sehr beeindruckt von der Fahrt. Die Einzelschicksale der Häftlinge sowie die Größe der Lager insgesamt haben sie sehr bewegt. Die „reine Theorie“ über die Verbrechen der NS-Herrschaft sind eine Seite, die konkrete Anschauung und Personalisierung eine andere.

Am nächsten Tag sprachen wir über die Eindrücke von der Gedenkstätte, diskutierten über die Menschen der damaligen Zeit: über Täter und Opfer. Bereits in der ehemaligen Jüdischen Schule hatten sich die Schülerinnen und Schüler gefragt, wie solche Gräueltaten möglich gewesen waren und warum wir noch heute darüber sprechen müssen. Schnell stellten die Jugendlichen Parallelen her zur heutigen Ausgrenzung und Diskriminierung bestimmter Gruppen in der Bevölkerung, seien es die Flüchtlinge, Andersgläubige oder die Homosexuellen. Vorurteile und Intoleranzen beeinflussen auch heute unser Denken und Handeln.

Nach dem Besuch der ehemaligen Jüdischen Schule Leer und der Fahrt zur Gedenkstätte KZ Esterwegen werden wir Anfang Juni gemeinsam mit Frau Bracht (Ehemalige Jüdische Schule Leer) die Synagoge in Groningen besichtigen. Überdies planen wir eine Begegnung mit dem KZ-Überlebenden Herrn Weinberg (Rhauderfehn).

Der Besuch der Gedenkstätte KZ Esterwegen ist eine große Bereicherung für unsere Schülerinnen und Schüler und wir können uns nur sehr herzlich für die großzügige Unterstützung hinsichtlich der Übernahme der Fahrtkosten bedanken!

Leer, den 25. Mai 2016

(Silke-C. Koop)


 

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